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Wir haben Abschied genommen

Sie bereiteten mir jeden Tag viel Freude. Wir waren ein wundervolles Team. Ich öffnete ihnen jeden Tag eine Dose Futter. Sie gaben mir dafür ihre Liebe. Unsere Familie sollte unzertrennlich sein. Doch das Schicksal wollte es anders.

 die Regenbogenbrücke
Irgendwann müssen wir uns trennen. Tiere verunglücken, werden krank oder verschwinden auf seltsame Weise. Zurück bleiben eine traurige Familie und der Schmerz. Wenn wir uns von einem Familienmitglied verabschien müssen, steht die Welt für einen kurzen Moment still. Die Trauer umschliesst unser Herz und will es erdrücken. Es tut ganz wahnsinnig weh. Jeder Abschied hinterlässt Wunden in unserer Seele. Mit den Monaten und Jahren vernarben sie. Und dann, wenn wir uns erneut von einem Tier trennen müssen, brechen die Narben wieder auf. Natürlich wissen wir genau, dass der Tod auch zum Leben gehört. Trotzdem sind wir jedes Mal extrem traurig.

Doch selbst wenn uns die Trauer regungslos macht, verlieren wir etwas ganz bestimmt nie; die Erinnerung an das Tier, das uns eine Zeit lang durchs Leben begleitet hat. All diesen Katzen gehört diese Seite "Nachrufe". Hier sollen sie einen Gedenkstein erhalten, damit wir sie nie, nie vergessen.

Danke, dass es Euch gab. Ihr habt unser Leben erfüllt und uns viel Freude bereitet. Lebt wohl, ihr Lieben. Eines Tages werden wir uns wieder sehen. Wartet auf uns bei der Regenbogenbrücke. Der Tag wird kommen, an dem wir uns wieder in die Arme schliessen können.


30.06.2010   Mein geliebter Miezi
 ein so treuer Kerl
Lieber Miezi

Ich stehe unter Schock und bin unsagbar traurig über das was geschehen ist. Diese Nacht werde ich mein ganzes Leben lang nicht vergessen. Sie wird mich ständig begleiten, denn so etwas Furchtbares habe ich noch nie erlebt. Ich muss ununterbrochen an dich denken, an deinen lieben Charakter und deine Zuneigung. Du hast mich geliebt und es mir jeden Tag gezeigt. Du kamst nachts zu mir ins Bett und hast dich an mich gedrückt. Mit deinen Tatzen hast du die Bettdecke bearbeitet, ein Zeichen von vollkommenem Glück.

Als kleines Katerli kamst du zu uns. Du bist im Reitstall weggelaufen und mit Tasja bei uns erschienen. Ich habe dich zurückgebracht und Herrn Schmid informiert. Doch du wolltest bei uns sein. Du warst verliebt in Tasja. Ihr wart unzertrennlich. Du bliebst ein ganz kleiner Kater, auch als du bereits ausgewachsen warst, ein kleiner Schmusekater. Viele Kater streunen umher, doch du bliebst in unserer Nähe. Dein Ausgang führte dich nie weit. Du warst immer auf Rufnähe. Nur einmal bliebst du aus, tagelang. Erst acht Tage später, nach einer intensiven Suche in der Nachbarschaft, habe ich erfahren, dass du angefahren wurdest und nun bei einem Tierarzt darauf wartest, wieder nach Hause zu dürfen. Ein Schutzengel hat über dich gewacht. Du hattest noch einmal Glück gehabt. Eine junge Frau hatte den Unfall beobachtet und dich - obwohl mitten in der Nacht - zum Tierarzt gebracht. Du warst froh, als du wieder bei uns sein durftest, und wir waren froh, dass du wieder da bist.

Du warst so sanftmütig und verschmust, auch wenn dich deine Ohren tagein/tagaus plagten. Du musstest mit einer chronischen Ohrenentzündung leben und hast sicher ununterbrochen Juckreiz gehabt. Das Mittel, das wir dir in die Ohren gespritzt haben, hat nur teilweise Linderung gebracht. Ich habe mir immer gewünscht, dass diese Entzündung eines Tages ausgeheilt ist.

 
Seit einigen Monaten ging es dir nicht mehr so gut. Du bist halt einfach "ins Alter gekommen". Mit deinen 14 Jahren warst halt kein Teenager mehr, hattest deine Schwachstellen im Körper. Manchmal verlorst du extrem Gewicht, warst dünn und abgemagert bis auf die Knochen. Dann legtest wieder Gewicht zu bis zu deinem Normalgewicht. Niemand hat herausgefunden, woran es lag. Alle Tests waren okay. Doch irgendetwas stimmte nicht mit dir. Trotzdem warst du tapfer, hast die schlechten Tage so genommen, wie sie waren. Du hast nie geheult, nie gekratzt oder warst nie böse zu mir. Wir zwei waren ein super Team. Ich habe dir speziell gutes Futter gekauft, damit du etwas zunehmen würdest. Manchmal gab es auch besondere Leckerbissen. Dafür warst du mir dankbar, hast nachts bei mir im Arm geschlafen und geschnurrt. Trotzdem war nicht zu übersehen, dass deine Tage gezählt waren. Ich hätte mich so gefreut, wenn du diesen Sommer noch mit uns verbringen könntest.

Doch das Schicksal wollte es anders. Ich habe mir noch nicht so grosse Sorgen gemacht, als du die letzten zwei Tage nicht nach Hause gekommen bist. Vielleicht war es dir einfach zu heiss. Vielleicht haben dich auch die Schnurrlis gestört, die vorübergehend bei uns wohnen.

Nachdem gestern Abend bei uns alles drunter und drüber ging, blieb ich die halbe Nacht auf. Die Schnurrlis hatten gesundheitliche Probleme und haben mich die halbe Nacht beansprucht. Es war schon zwei Uhr in der Früh, als ich endlich ins Bett wollte. Da fand ich dich. Du lagst vor der Schlafzimmertüre und hast mich angeschaut. Ich sah dich und bin fast in Ohnmacht gefallen. Eine solche Panik hatte
 Miezi
ich noch nie gespürt. Deine Hinterbeine und dein Schwanz waren weg! Du musstest vom Mähdrescher, der am Montag auf der Nachbarswiese das Gras geschnitten hat, erwischt worden sein. Und mit diesen Verletzungen hast du dich eineinhalb Tage am Leben erhalten. Du hast dich nach Hause geschleppt zu mir. Ich war ausser mir, wollte dir helfen. Doch was sollte ich um diese Zeit tun? Mitten in der Nacht konnte ich niemanden erreichen. Ich fühlte mich am Rande meiner Kräfte, wusste nicht mehr ein noch aus. Da lag mein schwerstverletztet Kater vor mir und niemand war da, der uns helfen konnte. Ich konnte dich kaum mehr ansehen. Der Anblick war fürchterlich. Meine Tierärztin nahm das Telefon nicht ab. Also bin ich Hals über Kopf ins Tierspital gefahren. Doch da waren die Pforten geschlossen. Ich erinnerte mich an die Telefonnummer des Tierarztes, wo ich früher Kunde war. Ich wusste, dass man dort einen 24-Stunden-Pikettdienst hat. Gott sei Dank habe ich jemanden erreicht. Ich bin wie besessen dorthin gefahren. Der Gedanke, dass du neben mir im Korb liegst und vor Schmerzen fast wahnsinnig wirst, hat mich um den Verstand gebracht. Endlich war ich dort. Endlich wurdest du von deinen Schmerzen erlöst. Endlich durftest du in den Katzenhimmel gehen. Endlich war alles vorbei. Du warst erlöst.

Ach Miezi, alles ist derart grässlich. Ich finde keine Worte. Du warst so tapfer, hast trotz Schmerzen den Weg nach Hause auf dich genommen, das Zeichen deiner immensen Liebe zu mir. Als du endlich eingeschlafen bist, bin ich fast zusammengebrochen. Es war nicht die Tatsache, dass du nicht mehr bei uns bist, es ist die Art, wie du umkommen musstest. Du hast es nicht verdient, solche Schmerzen ertragen zu müssen. Nie hast du etwas gemacht, das unrecht war. Den Anblick werde ich nie vergessen, wie du da lagst und trotz diesen Verletzungen keinen Ton von dir gegeben hast. Deine Augen haben mich fixiert und mir gesagt „Bitte bitte hilf mir. Nimm mir diese Schmerzen. Lass mich gehen. Ich liebe dich“.

Tasja, deine Freundin, ist am 1. August 2009 von uns gegangen. Sie wartet bestimmt schon auf der Regenbogenbrücke auf dich. Wenn man an den Himmel glaubt, weiss man, dass alles wieder gut wird. Du wirst mit ihr noch viele Jahre schmerzfrei leben dürfen. Für euch ist nun alles wieder gut, ihr seid vereint.

Mich lässt du zurück mit einem gebrochenen Herzen und einem Trauma. Wie soll ich je die Bilder vergessen, die ich in der letzten Nacht gesehen habe?

Dir, liebster Miezi, wünsche ich von ganzem Herzen alles Gute. Du warst ein ganz besonderer Freund. Ich werde dich immer in meinem Herzen behalten. Ich hatte dich so unsagbar lieb.

Dein Katzenmami in unsagbarer Trauer
08.04.2010   Tüpflis kurzes Leben
TÜPFLI, männlich, geb. Mai 2008, gest. 8. April 2010

Tüpfli 
Tüpfli braucht noch etwas Pflege 
Tüpfli geht es besser 
Tüpfli 















Diese Bilder zeigen Tüpflis kurzes Leben auf. Er kam totkrank zu mir und kämpfte lange, bis er gesund war.

Er wurde im Mai 2008 auf einem Bauernhof geboren. Seine zwei Geschwister waren vollkommen weiss, er hatte ein paar schwarze Flecken auf dem Kopf und Rücken. Doch dies bewahrte ihn nicht davor, Sonnenbrand an den Ohren zu bekommen. Der Sommer 2008 war sehr heiss, sodass es nicht lange dauerte, bis die weissen Ohren der Kleinen total verbrannt waren. Sie hatten starke Verbrennungen, sodass sich die Ohrränder nach hinten zu verbiegen begannen. Sie standen in alle Richtungen. Von den Schmerzen wollen wir gar nicht reden. Zudem waren sie vollkommen verschnupft.
Im August kam das Trio zu mir. Die schneeweisse Schwester und der Bruder wurden relativ schnell gesund und zogen um in ein neues Zuhause. Tüpfli blieb bei mir. Seine Ohren wurden lange behandelt, bis die Wunden geheilt waren und wieder Haare wuchsen. Doch der Schnupfen war hartnäckig. Wir haben alles versucht, die ganze Palette an Medikamenten, die es gab. Nichts nützte. Doch dann machten wir mit ihm eine lange Kur mit Interferon. Endlich besserte sich Tüpflis Zustand. Auch nahm er endlich zu. Im Sommer 2009 war aus dem kranken Kätzchen ein stattlicher Kater geworden, der das Leben genoss.
Er dankte uns den Einsatz und liess uns jeden Tag wissen, wie froh er war, dass er bei uns bleiben durfte. Eigentlich wollte ich ihn nicht behalten, nur gesund pflegen. Doch nach dieser langen Zeit konnte ich mich nicht mehr von ihm trennen. Er war mir zu sehr ans Herz gewachsen und bereitete mir sehr viel Freude. Wenn ich nach Hause kam, sprang er mir in die Arme und hängte sich mir an den Hals. Dort nuggelte er so lange, bis ich es nicht mehr aushielt. Manchmal hatte ich richtige Knutschflecken. Am Abend, wenn ich auf dem Sofa sass, legte er sich zu mir und liess mich nicht aus den Augen. In der Nacht kroch er zu mir ins Bett und legte sich ganz dicht an mich. Er wollte meine Nähe spüren. Erst war mir das sehr unangenehm. Doch dann musste ich einsehen, dass es keinen Ausweg gab - Tüpfli brauchte diese Nähe. Ich war sein Ein und Alles. Er liebte mich, und ich liebte ihn.
Welch schrecklicher Frühlingsmorgen, als ich Tüpfli heute tot im Garten fand. Ich weiss nicht, was passiert ist. Er lag im Gras, als schliefe er. Mein erster Gedanke war, dass er angefahren wurde. Doch die Strasse, die bei mir vorbeiführt, ist eine Zubringerstrasse zu drei Häusern weiter hinten. Es fahren hier wirklich ganz selten Autos vorbei. Es müsste schon ein wahnsinnig dummer Zufall gewesen sein. Zudem hätte man ja Unfallspuren an ihm entdecken müssen - nichts! Ich habe ihn von unten bis oben abgesucht und nichts gefunden. Klar, er könnte innere Verletzungen gehabt haben, doch von aussen her sah man einfach nichts. Es wird mir immer ein Rätsel bleiben, was mit Tüpfli passiert ist. Ich kann nur Vermutungen anstellen und werde nie erfahren, was wirklich geschehen ist.
Tüpfli durfte keine zwei Jahre alt werden, viel zu jung zum Sterben. Doch wurden ihm diese Monate geschenkt, denn urpsprünglich wollte man die drei Katzen mit den verbrannten Ohren einschläfern. Er war ein so unschuldiges, liebevolles Tier. Es tut uns ganz wahnsinnig weh, dass wir ihn verloren haben.
22.03.2008   Alena, die vorbildliche Schwester
ALENA, weiblich, geb. 15.04.2006, gest. 22.03.2008
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schöne Alena 
Sie kam als kleines Katzenbaby zu mir, zusammen mit ihrer Schwester Chiara. Ganz richtig ist, dass die beiden Schwestern mit einer Woche Unterschied zu mir kamen. Ich holte mir eine kleine Katze in Luzern, in der Schnurrlivermittlung. Chiara gefiel mir von Anfang an, doch war sie sehr lebhaft und kletterte dort die Vorhänge hoch. Alena, die grosse Schwester, hockte brav auf dem Kratzbaum, als könne sie keiner Fliege was zuleide tun. Deshalb entschied ich mich schlussendlich (nach einstündigem Hin und Her) für Alena. Ich wollte keine so lebhafte junge Katze. Vom Aussehen her war Chiara die schönere. Dennoch nahm ich Alena mit. Wir waren noch nicht daheim, wusste ich, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Bereits am nächsten Tag informierte ich die Schnurrlivermittlung, dass ich auch Chiara holen würde. Dies passierte fünf Tage später. Die beiden Schwestern waren wieder vereint, was sich nachträglich als super erwies.

Am Anfang war Chiara die frechere. Sie tobte den Katzenbaum hoch und runter. Leider verlor die schöne Chiara mit nur gerade 15 Wochen ein Auge. Ihre Unsicherheit wuchs dadurch. Zwar lernte sie bald, mit dem einen Auge all das zu sehen, wofür andere zwei brauchten. Doch ihre Angst war nicht zu übersehen. Ich weiss nicht, ob es wirklich daran lag, dass sie nur noch ein Auge hatte oder ob es einfach Chiaras Art war. Fest stand jedoch, dass ihr Alena seither sehr half. Sie gingen zusammen in den Ausgang, kamen zusammen zurück. Alena war eine grosse Hilfe für die schüchterne Schwester. Sie beschützte sie vor allen Widerheiten dieser Welt und vor Katzen, die ihrer Schwester etwas anhaben wollten. Und Chiara bewunderte ihre Schwester dafür.

wahre Liebe 
Im Frühling 2008 hörte ich von einer Nachbarin, dass sich Alena in der Nähe des Reitstalles aufgehalten hatte. Sie bestätigte mir allerdings, dass sie beim Ueberqueren der kleinen Zubringerstrasse sehr vorsichtig war. Trotzdem machte ich mir Sorgen, als sie eines Morgens nicht nach Hause kam. Ich suchte sie, ging zum Reitstall und fragte alle Leute. Niemand hatte Alena gesehen.

Meine Vermutung wurde nur wenige Stunden später zur Gewissheit. Alena hatte sich im Areal des Reitstalles aufgehalten. Dahinter befindet sich die Autobahn. Zwischen dem Reitstall und dieser gefährlichen Strasse gibt es eine feste Schallschutzwand, die aus Stahlträgern und Betonelementen besteht. Für Tiere gibt es hier grundsätzlich kein Durchkommen.

Am Autobahnbord hatte man wenige Tage zuvor das Unkraut entfernt und den Boden gelockert. Dadurch wurde die Erde lockerer und ist in sich zusammengefallen. Es entstand unter einem der Betonelelemente ein kleines Loch. Und dieses Loch wurde Alena zum Verhängnis. Ihre Neugier war zu gross. Sie musste erkunden, was hinter dieser Wand war. Diese Neugier hatte sie das Leben gekostet.

Sie lag am Bord der Autobahn, als schliefe sie. Sie musste einen Sekundentod gehabt haben. Sie durfte keine zwei Jahre alt werden und es hat mir das Herz gebrochen, dass ich dieses kleine Wesen in den Katzenhimmel entlassen musste.

Auch Chiara ist bis heute nicht über den Verlust der Schwester hinweg gekommen. Sie hat sich erneut verändert, streunert seither ziellos durch die Gegend. Es macht mir wirklich Angst, dass nun auch Chiara Strassen überquert, die sie nicht mal beachtet hatte, als Alena noch lebte. Chiara ist nach wie vor eine äusserst ängstliche Katze. Ich hoffe sehr, dass sie nicht den gleichen Fehler macht wie ihre schöne Schwester.

Danke, Alena, dass du zwei Jahre mit uns gelebt hast. Du bist viel zu früh gegangen. In unserem Herzen wirst du immer einen Ehrenplatz haben.
21.02.2008   Cindy, unser Baby
CINDY,weiblich, geb. Sept.2007, gest. 21.2.2008
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 Cindy, meine kleine Maus
Wenn Tiere sterben, ist dies für alle tragisch. Besonders schlimm empfinde ich es, wenn Tierkinder sterben müssen, die noch nichts vom Leben hatten.

Cindy kam zu mir, als sie nur wenige Wochen alt war. Sie zog kurz vor Weihnachten bei uns ein. Ich freute mich sehr über das schwarz-weisse Mädchen. Sie erinnerte mich sehr an Emsy. Sie war einfach nur lieb, lieb und nochmals lieb. Sie konnte sich stundenlang an mich drücken und mir zeigen, wie gern sie bei uns war.

Cindy hat bereits sehr kranke Augen 
Wer Katzenerfahrung hat, kennt auch die schlimmen Sachen, die einem Katzenbaby passieren können. An einem schönen Februarmorgen wurde Cindy müde. Es war, als wären ihre Batterien halb leer. Sie lag nur noch da, wollte nicht mehr fressen. Ich konnte ihr die besten Leckerein hinhalten, Cindy wollte nur noch schlafen. Am nächsten und auch am übernächsten Tag wurde die Situation nicht besser. Cindys Gesundheitszustand verschlechterte sich stündlich. Wir haben alles versucht, haben beim Tierarzt abklären lassen, um welche Krankheit es sich handeln konnte. Die Diagnose war niederschmetternd: Cindy hatte FIP, eine heimtückische Krankheit ohne Heilungschancen.

Wir mussten Cindy mit nur gerade mal vier Monaten von ihrem Leiden erlösen. Sie wog nur noch die Hälfte, war in sich zusammen gefallen, nachdem sie tagelang nichts gegessen hatte. Sie war nur noch Haut und Knochen. Ihre Augen sagten mir, ich solle sie erlösen. Sie wollte in den Katzenhimmel zu meinen anderen Katzen, wollte endlich keine Schmerzen mehr haben.

Für mich kam alles viel zu schnell. Erst hatte ich mich noch über den Neuzugang gefreut und nun musste ich schon Abschied nehmen von diesem zauberhaften, unschuldigen Wesen. Cindys Tod war für mich besonders schlimm. Sie hatte noch nichts gehabt von ihrem kurzen Leben. Dabei wollte ich ihr ein Super-Zuhause bieten, wollte sie wie meine anderen Katzen verwöhnen und in mein Herz schliessen. Wieder riss ein Stück von meiner Seele. Zurück blieb eine kleine Narbe, die mich immer an Cindy erinnern wird.

Kleine, schöne Maus Cindy. du warst nur kurze Zeit bei uns, doch sind wir glücklich über jeden Tag, an dem du uns zugeschnurrt hast. Eines Tages werden wir uns wieder sehen.
01.06.2005   Shasira (alias Chiara), eine langhaarige Schönheit
SHASIRA (Chiara), weiblich, Alter unbekannt, gest. Juni 2005
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wilde Chiara 
Niemand weiss, woher sie kam und wie alt sie war. Auf meiner täglichen Suche nach Emsy habe ich sie entdeckt. Sie sass in Emsys Revier und schaute mich mit erschrockenen Augen an. Da ich ja immer etwas Futter dabei habe, stellte ich ihr eine Portion hin. Sie hatte grosse Angst. Man sah den Hunger in ihren Augen, doch die Angst hielt sie zurück. Erst als ich ein paar Schritte weiter weg ging, kam sie aus ihrem sicheren Versteck hervor. Sie verschlang gierig das Fleisch, das ich ihr angeboten hatte. Sie war einfach nur schön mit ihrem langen Haarkleid. Ich habe sie am nächsten Tag gesehen, wie sie mit Emsy auf die Jagd ging. Tja, Emsy hatte schon immer ein Flair für schöne Katzendamen. Sie war keine Hauskatze, das hatten wir schon bald rausgefunden, viel eher ein verwildertes oder effektiv freilebendes Tier. Sie gehörte niemandem, das hatten unsere Abklärungen ergeben.
Wenige Tage später konnten wir sie einfangen und in eine Auffangstation bringen. Wir mussten etwas unternehmen, denn es ging Shasira körperlich nicht so gut. Sie wollte fressen, das sah man
Chiara (alias Shasira) 
deutlich, doch sie konnte einfach nicht. Es waren die Zähne, die zum Teil abgebrochen waren. Der Tierarzt stellte etwas später fest, dass sie einen Unfall gehabt und dadurch den Zahnschaden erlitten hatte. Er konnte sie von den Schmerzen befreien, entfernte die kaputten Zähne. Zugleich musste sie entwurmt werden, denn sie war zwar hungrig, aber bis auf die Knochen abgemagert. Bestimmt hatte sie Bandwürmer.
Dies alles war zu viel für Shasiras Körper. Ihre Körperfunktionen versagten. Wahrscheinlich hatte sie einfach zu viele Würmer in ihrem dünnen Körper gehabt. Sie durfte in den Armen ihrer Retterin sanft in den Katzenhimmel entgleiten. Es war sehr schade um die schöne Langhaarkatze. Auch wenn sie unnahbar war und nur kurz bei uns sein durfte, haben wir sie ins Herz geschlossen. Wir hätten uns so gefreut, wenn sie gezähmt worden wäre und eines Tages in unserem Katzenhaus hätte leben dürfen. Stattdessen ist sie in den Katzenhimmel gegangen. Damals wusste sie noch nicht, dass ihr Emsy schon bald folgen würde. Nun sind sie wieder vereint und können zusammen die Mäuse im Paradies jagen.
21.08.2004   Djamila im Fernsehen
DJAMILA, geb. 6.5.2003, verschwunden 21.8.2004
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schöne Djamila 
 Djamila
Nachdem ich Luna verloren hatte, wollte ich keine Tigerkatze mehr. Ich hätte mich ständig daran erinnert, dass Luna so jung sterben musste. Doch Vorsätze wirft man ab und zu über den Haufen. Ich habe sie in der Schnurrlivermittlung entdeckt. Sie war zauberhaft und getigert. "Naja, dann halt doch eine Tigerdame", habe ich mir gedacht. Sie war die Sanftmut in Person, einfach nur lieb. Wir hatten grosse Freude an ihr und waren so froh, dass wir uns für sie entschieden hatten. Eigentlich war die Welt in Ordnung bis zu dem schicksalhaften Tag, an dem die Erde still stand.
Djamila kam nicht mehr nach Hause. Ich suchte sie überall, nahm mit allen Nachbarn Kontakt auf. Es war wirklich etwas eigenartig, hatte ich sie am Freitagabend noch gesehen, wie sie draussen auf dem Kratzbaum der untergehenenden Sonne zuschaute. Niemand wusste etwas, auch hatte es keinen Unfall gegeben. Vollkommen erschrocken hatte mich dann die Tatsache, dass Djamila nicht die einzige Katze war, die in unserem Dorf verschwunden war. Innerhalb weniger Tage waren sechs Katzen abhanden gekommen. Sie waren zum Teil tätowiert, gechippt oder mit Halsband versehen. Alle waren weg. Eine Strasse weiter verschwand einen Tag nach Djamila eine Katze, die das Ebenbild meiner Schönen war. Hier stimmte etwas nicht, da war ich mir ganz sicher. Ich informierte das Tierfundbüro und den Tierschutz. Je mehr ich mich umhörte und Suchmeldungen aufgab, desto klarer wurde mir, dass die Katzen nicht auf natürliche Weise verschwunden waren. Jemand musste sie gestohlen haben. Da die meisten der verschwunden Katzen breitgestromte Tiger waren, mussten wir annehmen, dass ein Pelzjäger unterwegs war.
Dies machte mich hilflos und enorm wütend. Hier musste man etwas unternehmen und mindestens die restlichen Katzen schützen. Ich telefonierte mir die Hände wund, versuchte über das Internet noch mehr Informationen zu bekommen. Mein Einsatz sollte sich lohnen. Eines Tages stand das Fernsehen vor meiner Tür. Sie wollten einen Bericht veröffentlichen, um die Leute wachzurütteln. Sie sollten die Augen offen halten und eigenartige Begebenheiten beobachten.
Djamilas Film wurde einen Tag lang alle 30 Minuten ausgestrahlt. Ihr konnte man damit nicht mehr helfen. Sie blieb bis heute verschwunden. Doch immerhin hatte der Film geholfen, die anderen Katzen zu retten. Seit diesem Tag war in unserem Dorf Ruhe eingekehrt. Die Katzenräuber hatten sich aus dem Staub gemacht und meiden seither unsere Region.
Ach Djamila, Du warst so schön. Du hast es nicht verdient, nur wegen Deines wunderschönen Felles leiden zu müssen. Dein Abgang hat andere Katzen gerettet, Du bist unsere Heldin.
30.06.2004   Grigia, die Bonsei-Katze
GRIGIA, geb. 20. Juli 2002, gest. 30. Juni 2004
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 Grigia
Ueber Grigia zu schreiben fällt mir nicht leicht. Ich wollte eigentlich vergessen, dass man mir das genommen hat, was mir am liebsten war - meine Grigia. Auch wenn es mir weh tut, diese Zeilen zu schreiben, hat auch Grigia einen Ehrenplatz in der Rubrik "Nachrufe" verdient.
Sie kam als Katzenbaby zu uns. Ihre Mutter war eine stilechte Perserkatze, die an Ausstellungen viele Preise gewonnen hatte. Allerdings hatte sie die preisgekrönten Zuchtkater satt. Stattdessen haute sie eines Tages ab zum benachbarten Bauernhof. Das Resultat waren sechs kleine Katzenbabies. Grigia war das kleinste und zierlichste. Sie war nur eine halbe Portion und verschwand optisch neben ihren fünf starken Brüdern. Lange stand nicht fest, ob Grigia überleben würde. Sie war derart zierlich und fein. Man wusste auch gar nicht, ob sie sich gegen die Brüder wehren konnte, die ihren Platz an Mamas Zitze mit Krallen verteidigten. Doch Grigia hatte es geschafft. Sie blieb zwar immer ein Winzling, weshalb wir sie Bonsei-Kätzchen nannten.
Von der Farbe her war sie vollkommen anders als die anderen aus dem Wurf. Sie war grau mit leichter Tigerzeichnung. Doch vom Charakter war sie ganz die Mama - verspielt, aber charakterstark.
Wir liebten uns sehr und genossen jede Minute, die wir miteinander verbringen konnten. Nachts lag sie bei mir und schmiegte ihren zarten Körper an mich. Ich musste oft aufpassen, dass ich sie nicht erdrückte.
 Grigia
 spielen, spielen und nochmals spielen
Auch als sie grösser wurde, änderte sich nichts daran, dass sie eine äusserst sanftmütige Katze war. Ihr Lieblingsplatz war bei mir. Sie konnte nie genug schmusen. Oft habe ich mich gefragt, womit ich ein solches Geschöpf an meiner Seite verdient hatte. Manchmal nannte ich sie "mein Engelchen". Sie brachte mir nur Freude und Glück. Auch wenn sie in den warmen Sommermonaten oft draussen war, lag sie am Morgen wieder an meiner Seite. Es war Liebe auf den ersten Blick und eine wunderschöne Zeit, die wir zusammen verbrachten.
einfach nur süss 
Leider wurde unser Glück jäh auseinandergerissen. Grigia kam eines Tages nicht mehr nach Hause. Es war der heissteste Sommer seit Jahren. In unserem Garten gab es noch nicht so viel Schatten, denn die Büsche und Sträucher mussten erst wachsen. Erst dachte ich mir, sie hätte sich irgendwo einen kühleren Liegeplatz gesucht. Doch als sie auch am nächsten Morgen nicht am gewohnten Platz lag, kam die Angst. Wir suchten unsere Freundin tagelang. Ich hatte jeden Strauch im beanchbarten Park untersucht und sämtliche Plätze inspiziert, die in Frage kamen. Die ganze Ortschaft war informiert, dass uinser Engelchen vermisst wurde. Wir hofften so sehr, dass sie nur kurzfristig weggelaufen war. Leider wurde unsere Hoffnung zerstört. Wir fanden Grigia nach drei Tagen im Garten. Sie musste sich schwer verletzt nach Hause geschleppt haben und war (leider sehr gut versteckt) gestorben.
Nebst dem grossen Schock und der immensen Trauer kamen die Vorwürfe. Hätte ich sie retten können, wenn ich sie früher gefunden hätte? Lange kam ich nicht darüber hinweg, dass sie so nahe war und Hilfe brauchte und dass ich sie nicht gefunden hatte. Auch wusste ich ja nicht, wann genau sie gestorben war. Ich hoffte nur, dass sie nicht lange leiden musste, denn das hatte das Engelchen nicht verdient. Nie, nein wirklich nie, hatte sie etwas Böses getan. Sie war einfach nur lieb. Grigias Tod hinterliess in unserem Katzenhaus ein grosses, schwarzes Loch und in unserer Seele eine tiefe Furche. Jetzt, wo ich Grigias Fotos wieder vor mir habe, brechen die Narben wieder auf. Wieso durfte sie nur ein so kurzes Leben haben? Wieso musste unser Engelchen so früh den Weg in den Katzenhimmel antreten?
Ich habe seither viele neue Tiere aufgenommen, doch ein Kätzchen wie Grigia wird es nie mehr geben. Sie war einzigartig im Charakter und jeden Tag aufs Neue dankbar, dass sie an einem Ort wie bei uns leben durfte. Und wir waren ebenso froh, dass wir die wenigen Monate mit ihr verbringen durften. Sie war unser Schätzchen und wird in unserem Herzen immer einen besonders schönen Platz haben.
27.11.2001   ungeliebter Zottel und die verhängnisvolle Liebe
ZOTTEL, männlich, geb. Okt. 1997, gest. 21.11.2001
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Zottel 
Ich habe ihn durch Zufall kennengelernt. Er lebte bei einem jungen Mann, der sich leider nicht sehr gut um den schwarzen Kater und seine Schwester gekümmert hatte. Es war nicht so, dass er seine Katzen nicht mochte, viel eher war der Besitzer ein junger Kerl, dem Parties und Kollegen wichtiger waren als seine Katzen. Er liess sie stundenlang, manchmal sogar tagelang ohne Futter daheim.
Kurz nachdem wir am Rosenweg eingezogen waren, stand Zottel bei mir. Es fiel mir auf, dass er hungrig und unruhig war. Ich wollte ihn nicht füttern, ihn schon gar nicht in die Wohnung lassen. Doch er blieb hartnäckig. Er liess sich nicht davon abhalten, bei mir einzuziehen. Lange dauerte unser Kampf. Der Eingang blieb für Zottel verschlossen. Ich wollte, dass er nach Hause ging. Doch Zottel dachte nicht im Entferntesten daran. Stattdessen attackierte er meine Katzen, stellte sich knurrend und fauchend vor die Katzentüre und liess meine Tiere nicht mehr rein. Es blieb mir schlussendlich nichts anderes übrig, als beim Haupteingang eine zweite Katzenklappe einzubauen. Damit er etwas zur Ruhe kam, stellte ich ihm ein Katzenhaus auf den Gartensitzplatz, damit er in kalten Winternächten mindestens eine warme Unterkunft hatte.
Was ist da denn los? 
 das Gras duftet so gut
Es dauerte mehr als ein Jahr, bis Zottel den Trick mit der Katzentüre entdeckte. Zwar bekam er bis dahin Futter und eine warme Unterkunft, doch rein liess ich ihn nicht. Dafür war er mir viel zu dominant. Eines Tages musste ich mich geschlagen geben. Zottel hatte gesiegt. Er lebte bei uns, blieb aber nach wie vor ein etwas rauher Kerl. Meine Katzenladies hatten eigentlich Angst vor ihm, lernten aber bald, wie man dem grossen Schwarzen aus dem Weg gehen konnte. Erst nach und nach wurde mir klar, wieso Zottel nie locker gelassen hatte. Es war nicht das Zuhause oder die warme Stube, die ihn gelockt hatte. Ich war es! Zu mir wollte er! Mit mir schmusen war das höchste der Gefühle. Er liebte mich über alles. Zu mir war er lieb, lieb und nochmals lieb. Auch wenn ich öfters mit ihm schimpfte, wenn daheim wieder mal "Ramba-Zamba" war, war Zottel glücklich, wenn er in meiner Nähe sein konnte. Wenn ich weg ging, folgte er mir auf Schritt und Tritt. Und diese Unart wurde ihm zum Verhängnis.
Als ich eines Tages ins Training ging, folgte er mir. Erst merkte ich es gar nicht, doch dann entdeckte ich ihn, kurz vor der Hauptstrasse. Ich schickte ihn nach Hause, war aber irgendwie zu nachlässig, um auch zu kontrollieren, dass er tatsächlich den Heinweg angetreten hat. Ich schlich mich davon und war überzeugt, dass er mich nicht entdeckt hatte. Als ich auf der anderen Strassenseite angekommen war, schaute ich sicherheitshalber nochmals zurück. Da sass er, auf dem Gehsteig, vor dem Fussgängerstreifen und schaute zu mir. Mein Herz blieb fast stehen. Ich dachte "geh wortlos zu ihm und bring ihn nach Hause". Als ich ansetzte, um zu ihm zu gehen, rannte er los. Er wollte zu mir, zu der Person, die er innig liebte. Diese Liebe wurde ihm zum Verhängnis, denn Zottel sah das Auto nicht, das auf ihn zuraste. Ich musste mit ansehen, wie Zollte unter die Räder kam. Nie werde ich diese Bilder vergessen! Sie haften in meiner Erinnerung wie ein dunkles Loch. Ich fühle mich noch heute schuldig an seinem Tod. Armer Zottel.
31.03.2003   Sheila, kurzes Glück
SHEILA, weiblich, geb. August 2000, gest. 31.3.2003
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Shila 
Shila 
Die Katzenhilfe der Region hatte viele, arme Katzen aufgenommen. Sie sollten getötet werden, denn es gab einfach zu viele ihrer Art. Als ich Sheila das erste Mal gesehen habe, lag sie auf einem Schrank. Ihre Augen blickten traurig auf mich hinunter. Ihr Blick liess mich nicht mehr los. In dieser Auffangstation gab es etwa 35 Tiere, junge, alte, lang- und kurzhaarige. Sie suchten einen Platz, in dem sie künftig leben durften. Obwohl ich eigentlich eine Langhaarkatze suchte, entschied ich mich für Sheila. Man hatte mir gesagt, dass sie besonders unglücklich war, da sie dringend Auslauf brauchte. Und das sah man ihr auch an. Ich konnte ihr diesen Freigang bieten, weshalb ich sie mitnahm.
Sie zog in der Adventszeit bei uns ein. Wir waren glücklich wenn wir Sheila zuschauten, wie sie ihre neue Freiheit genoss. Sie liebte die kurzen Ausflüge durch die Magerwiese vor unserer Wohnung. In ihrer Art war sie die Sanftmut in Person. Es gab keinen Tag, an dem sie mir nicht zeigte, wie dankbar sie mir war, dass sie hier leben durfte.
Shila 
Im Januar wurde Sheila krank. Was erst nach einem hartnäckigen Durchfall aussah, entwickelte sich zu einem Disaster. Noch wusste ich nicht viel über die bösartigen Krankheiten, die Katzen bekommen konnten. Ich pflegte die kranke Sheila und verabreichte ihr die Medikamente, die man ihr verschrieben hatte. Auch wenn ich mich an alles hielt, was man mir gesagt hatte, besserte sich der Gesundheitszustand der Katze nicht. Ihr Fell wurde stumpf, ihr Elan liess nach. Zwar ging sie nach wie vor gerne in den Garten, doch schleppte sie sich langsam von Gebüsch zu Gebüsch.
Ihr Bauch nahm einen Umfang an, der für mich nicht erklärbar war. Noch wusste ich nichts über die heimtückischen Krankheiten, die Katzen befallen können. Als Sheila auch noch hohes Fieber bekam, brachte ich sie in die Tierklinik. Dort erfuhr ich zum ersten Mal, was FIP war. Man erklärte mir, dass es kein Mittel gegen diese Seuche gibt. Eine Katze, die mit FIP befallen ist, ist dem Tode geweiht. Da es sich um eine ansteckende Seuche handelt, muss der Tierarzt sofort reagieren.
 Shila
Ich stand unter Schock, als man mir erklärte, dass Sheilas Glück heute zu Ende sein sollte. Ich nahm sie in die Arme und ging mit ihr in den Garten hinter der Klinik. Wir sassen eine Stunde lang da, vereint wie ein Liebespaar. Ich streichelte sie sanft. Sie schnurrte mir zu. Ich glaube, sie ahnte, dass sie das letzte Mal die Sonne sehen sollte. Sie drückte ihr Köpfchen an mich. Ihre traurigen, fiebrigen Augen schauten mich verzweifelt an. Ich war machtlos und masslos traurig. Sie hatte mir in den wenigen Wochen, die sie bei mir war, so viel gegeben. Nun musste ich sie gehen lassen.
Ich war dabei, als man sie von ihrem Leiden erlöste. Sie lag in meinen Armen, als sie den Weg zum Katzenhimmel antrat. Einmal mehr ging die Welt für mich unter. Erst später habe ich erfahren, dass sie in der Quarantäne-Station mit einer FIP-Katze zusammen gekommen war. Sie hatte sich dort angesteckt.
01.04.2000   der wilde Schnurrli
SCHNURRLI, männlich, Alter unbekannt, gest. 1. April 2000
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Luska hatte grosse Mühe damit, als wir an den Rosenweg umgezogen sind. Sie hatte so grosse Angst vor dem kleinen Fussweg, der den Park von uns trennte. Deshalb fütterte ich sie an einer Futterstelle im Park. Was ich nicht wusste, auch andere Tiere nutzten diese Stelle, um ihren Hunger zu stillen. Nebst Luska kamen zahlreiche Igel dorthin. Als Luska starb, habe ich den Futterplatz in meinen Garten verlegt. Die Igel kommen jede Nacht und schlagen sich den Bauch voll.

Eines Tages stand Schnurrli da. Er war voller Panik, als er mich gesehen hatte. Ich habe versucht, ihm die Angst zu nehmen, was Monate dauerte. Auf seine Art mochte er mich, denn ich fütterte ihn und bot ihm eine trockene Unterkunft an. Diese bezog er allerdings nicht. Er kam jeden Abend, frass und verschwand wieder. Er kam immer wenn es dunkel wurde. Ich sprach mit ihm und versuchte ihm näher zu kommen. Dies war mir nie gelungen. Irgendwann, nachdem er zwei Wochen fern geblieben war, fand ich ihn bei mir im Wohnzimmer vor.
 
Er drückte sich an meine Wohnwand und schaute mich voller Panik an. Ich stellte einen Geruch fest, der nichts Gutes ahnen liess. Was sollte ich nur tun? Er brauchte einen Tierarzt, das war ausser Frage.

Es soll mich niemand fragen, wie ich es geschafft hatte. Ich konnte Schnurrli einfangen und zum Tierarzt bringen. Dort wurde er ruhig gestellt, damit man ihn untersuchen konnte. Seine Beine wiesen zahlreiche, sehr eigenartige Schnitte auf, die bereits stark übelten, Der Tierarzt war überzeugt, dass diese Wunden nicht auf natürlich Weise entstanden sind. Dafür waren sie zu regelmässig angebracht. War Schnurrli misshandelt worden?

Die eitrigen Stellen wurden gesäubert. Gleichzeitig wurde Schnurrli kastriert. Dann durfte ich ihn nach Hause nehmen. Leider konnte ich ihn nur drei Tage in der Wohnung behalten. Er zeigte mir lautstark und mit allen Krallen, dass er in die Freiheit wollte. Schweren Herzens liess ich ihn ziehen. Ich sah ihn noch ein paar Tage, konnte ihm auch noch seine Medikamente geben. Dann blieb er fern.

Per Zufall habe ich erfahren, dass jemand eine tote Katze bei der Grünmulde abgelegt hatte. Ich eilte hin und sah das Tier dort liegen. Man hatte es einfach "entsorgt". Es war Schnurrli. Ich war sehr traurig und auch entrüstet. Wie konnte man ein Tier nur einfach irgend wo ablegen. Ich brachte einen Zettel an mit der Bitte, dass sich derjenige meldet, der das Tier dort abgelegt hat.

Monate später bekam ich einen sehr eigenartigen Anruf. Ein Mann hat mir eine Geschicht erzählt, die ich nur schwer glauben konnte. Sie enthielt so viele Widersprüche und Ungereimtheiten. Leider konnte ich den Anrufer, der anscheinend in der Nachbarschaft wohnt, nicht zurückverfolgen. Er hatte aus einer Telefonzelle (200 m von mir entfernt) angerufen. Wieso tut das jemand, der bei mir gleich um die Ecke wohnt?

Ich bin überzeugt, dass Schnurrli nicht eines natürlichen Todes gestorben ist. Es zerreisst mir das Herz beim Gedanken, wie sehr er leiden musste. Immerhin hat er bei mir Zuflucht und Liebe gefunden. Nun lebt er schmerzfrei im Katzenhimmel. Eines Tages werden wir uns wieder treffen. Dann kann ich ihm zeigen, dass es auch gute Menschen auf dieser Welt gibt.
01.08.1997   Luna, die schöne Tigerdame
LUNA, weiblich, geb. 1. August 1997, gest. August 1999
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Zierlich, verschmust, anhänglich und schön! Luna war einfach süss. Schon immer hatte ich mir eine Tigerkatze gewünscht, nun war sie da. Im Gegensatz zu den gewöhnlichen Tigerdamen, wies Luna breite, dunkle Streifen auf. Man konnte sich kaum sattsehen an der schönen Luna. Sie hielt sich gerne im Park nebenan auf. Doch weit
 
ging sie nie, denn ihre Liebe gehörte Tasja, die eine Art Ersatzmami für sie war. Sie blieb nie lange weg, sonst hätte sich ja Tasja noch Sorgen gemacht.
Leider durfte Luna nicht lange bei uns leben. Eines Tages passierte, was niemand erwartet hatte. Sie kam nicht mehr nach Hause. Ich habe tagelang gesucht und alle Nachbarn befragt. Niemand wusste etwas über das Verschwinden von Luna. Man sagt immer "Die Hoffnung stirbt zuletzt". Ich wollte nicht aufgeben, war fest davon überzeugt, dass Luna eines Tages wieder vor der Türe stehen würde. Doch dann wurde meine Hoffnung zerstört. Eine Bekannte erzählte mir, dass sie auf dem Weg zum Bus zusehen musste, wie meine geliebte Luna überfahren worden war. Sie rannte kopflos über die Strasse, mitten in einer Kurve. Der Autofahrer konnte sie nicht sehen, ihn traf keine Schuld. Auch wenn es nur eine Nebenstrasse war, hatte die Kleine keine Chance. Luna musste in jungen Jahren sterben, ein absolut unnötiger Tod.
Tasja und wir alle haben noch lange um die schöne Luna getrauert. Sie wird uns immer in Erinnerung bleiben als wunderschönes, sanftmütiges Tier. Wir hätte uns so gewünscht, dass sie mit uns hätte alt werden dürfen. Doch das Schicksal wollte es anders.
26.10.1997   Mecki, woher kamst du?
MECKI, männlich, geb. Mai 1997, verschwunden 26.10.1997
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Mecki, ein ganz süsser Kerl 
 Meckis erste Maus
Er gehörte niemandem. Die Suche nach dem Besitzer ergab nichts. Alle hatten mir erzählt, dass Mecki eine Wildkatze war, von denen es in dieser Region Hunderte gab. Eines Tages stand er vor meiner Ferienwohnung am Brienzersee. Ich hatte überall versucht, den Besitzer zu finden, ohne Erfolg. Zwei Wochen lang kam er jeden Tag und bettelte um Futter. Natürlich bekam er, was er wollte.
Als unsere Ferien vorbei waren, fuhren wir nach Hause. Nebst Sina und Luska befand sich jetzt auch noch Mecki bei uns. Er durfte mitkommen, sollte künftig bei uns leben. Mecki war ein ganz süsser Kerl, war glücklich in unserer Familie.
Leider dauerte unser Glück nicht lange. An dem Tag, an dem Sina verunglückte, verschwand auch Mecki. Ich habe nie erfahren, was mit ihm passiert war. War er wohl beim Unfall dabei gewesen? Hatte er in der Nähe ausgeharrt, als Sina in den Katzenhimmel glitt? Lange habe ich nach ihm gesucht, doch nichts über seinen Aufenthalt erfahren.
Noch heute hoffe ich, dass Mecki ein neues Zuhause gefunden hat. Wer weiss, vielleicht lebt er heute noch ganz in meiner Nähe! Ich würde mch für ihn freuen, denn er war wirklich ein wunderschönes, süsses Kerlchen.
26.10.1997   Die Schwester: Sina
SINA, weiblich, geb. Mai 1995, gest. 26.10.1997
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ich bin so müde 
So schwarz kann man doch gar nicht sein! Sina war bis auf 10 Härchen am Bauch vollkommen schwarz. Aus der kleinen, überängstlichen Sina entwickelte sich eine prächtige Katzendame. Sie blieb zwar - wie auch ihre Schwester Luska - äusserst schüchtern. Sie liebte dennoch die Schmusestunden mit mir und lag immer in meiner Nähe.
Ich hatte erfahren, dass Sina regelmässig in den Tierpark ging, der auf der anderen Strassenseite liegt. So war es auch nicht erstaunlich, dass sie eines Tages mit einer grossen Wunde im Gesicht erschien. Sie war angefahren worden, hatte aber grosses Glück, dass es sie nur einen Fangzahn gekostet hatte.
Seither hatte ich grosse Angst um die schöne Sina. Ich wusste, dass sie die Strasse auch weiterhin überqueren würde. Und diese Strasse wurde ihr eines Tages auch zum Verhängnis.
 die Schwestern
Ich war nicht dabei, habe einen Tag danach aber erfahren, dass sie auf dem Fussgängerstreifen angefahren worden war. Eine Passantin hatte den Unfall gesehen und war zum Pferdehof gelaufen, wo gerade ein Reitturnier stattfand. Der anwesende Tierarzt kümmerte sich um die schwerverletzte Sina. Leider waren ihre Verletzungen aber zu gravierend. Der Tierarzt musste sie erlösen. Immerhin musste sie nicht noch lange leiden, denn der Autofahrer war auf und davon!
Ich weiss nicht, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn Sina und Luska mich nicht begleitet hätten. Sie haben mir in meiner damaligen Einsamkeit geholfen und Licht ins Dunkel gebracht. Es war eine schöne Zeit mit Sina. Schade, dass ich sie in so jungen Jahren verlieren musste.
01.07.1998   Die Erste: Luska
LUSKA, weiblich, geb. Mai 1995, gest. Juli 1998
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Luska 
Sie kam als Katzenbaby mit ihrer Schwester Sina zu mir. Ich war ein Greenhorn, was Katzen anbelangt. Sina und Luska haben mir gezeigt, was Katzen möchten, können und benötigen. Sie waren derart schüchtern, dass ich lange nur davon träumen konnte, "normale" Stubentiger zu haben. Sie liessen sich 12 Wochen lang nicht anfassen, huschten gleich davon, wenn man ihnen zu nahe kam.
Doch meine Geduld hatte gesiegt. Es kam der Tag der Tage, an denen sie Vertrauen gefasst hatten. Wie schön war doch der Moment, an dem ich meine Luska das erste Mal streicheln konnte und ihr weiches Fell zwischen meinen Fingern spüren durfte. Wir wurden eine kleine Familie und liebten uns über alles.
Als ich regelmässig übers Wochenende nach Bern fuhr, nahm ich sie einfach mit. Sie bekamen in meinem Auto eine grosse Gehbox, konnten sich darin dicht aneinander legen. Sie akzeptierten diese Reise, auch wenn sie über das Wochenende nur in der Wohnung und auf dem Balkon bleiben durften. Wichtig für die Beiden war nur, dass sie bei mir sein konnten.
Luska war wunderschön. Als ich sie das erste Mal gesehen hatte, gefiel sie mir eigentlich nicht so richtig. In der Zwischenzeit weiss ich, dass sie etwas ganz Besonderes war. Bis heute habe ich immer wieder versucht, eine Katze in dieser Färbung zu finden, eine aussichtslose Sache. Sie war eine bildschöne Dreifarbige, gezeichnet in allen Rot- und Brauntönen wie ein Herbstwald. Ueber die Stirne
 so gemütlich
zog sich eine rote Fläche, die sie einzigartig machte. Ihr Markenzeichen waren ihre grasgrünen Augen, die unübertreffbar waren. Dank diesen Augen wurde sie damals am Brienzersee nach zwei monatiger Suche wieder gefunden. Ich weiss noch, wie glücklich wir waren, als unsere Familie wieder komplett war.
Auch wenn Luska etwas zugänglicher als zu Beginn war, legte sie ihre Scheu nie ganz ab. Sie hatte Angst vor Jedem und Allem. Nur mir vertraute sie, denn sie wusste, dass ich es gut mit ihr meinte. Für Luska war der Umzug an den Rosenweg ein grosser Schock, auch wenn das neue Heim kaum 200 Meter vom alten entfernt war. Sie ging regelmässig zurück zur alten Wohnung. Ich holte sie wochenlang dort wieder ab. Sie verlor mit diesem Umzug ihre Heimat und die gewohnte Umgebung. Irgendwie kam sie nie damit klar, dass es hier zwar keine Hauptstrasse mehr gab, dafür einen Fussweg, der rege von Fremdlingen benutzt wurde. Sie entschied sich deshalb, im benachbarten Park zu leben. Am Abend kam sie aber regelmässig zur Futterstelle im Park, die wir extra für sie eingerichtet hatten. Dann freuten wir uns, dass es ihr gut ging, blieben immer lange bei ihr sitzen. Manchmal gingen wir auch zusammen spazieren oder spielten zusammen. Wir waren überzeugt, dass sie es eines Tages schaffen würde, ihre Scheu zu überwinden und den Weg in die neue Wohnung unter die Pfoten zu nehmen.
 bitte streicheln
Und dies hatte sie tatsächlich auch geschafft. Die Nachbarn hatten mir erzählt, dass sie eines Tages in meinem Garten stand und nach mir Ausschau hielt. Leider war dieser Tag ihr letzter bei uns. Ihre Futterstelle blieb unberührt, sie erschien nicht, als wir sie riefen.
Wir machten uns natürlich grosse Sorgen, denn eines wussten wir ja ganz genau. Sie konnte niemandem zugelaufen sein, dafür war sie viel zu schüchtern. Dann fanden wir sie, der Schock war gross. Sie war weit weg gelaufen und hatte versucht, die Autobahn zu überqueren.
Ich habe sie gefunden und zu mir genommen. Dort, wo sie gelebt hatte, wo sie glücklich war, habe ich sie begraben. Nun ist sie ganz in meiner Nähe.
Sie hat mein Leben bereichert und mir die Energie gegeben, meine damalige Krise zu überwinden. Sina und Luska waren auf mich angewiesen gewesen. Ich hatte wieder eine Aufgabe und die Pflicht, für meine Tiere da zu sein.
Luska war für mich DIE KATZE Nr. 1 gewesen. Ihr Name wurde mein Markenzeichen und begleitet mich nun jeden Tag. Ich erinnere mich sehr gerne an die Zeit, die wir gemeinsam verbracht haben. Eines Tages werden wir uns wieder sehen, darauf freue ich mich schon jetzt.
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